Am eigentlich beschaulichen Finkenkruger Weg in Spandau spielen sich Szenen ab, die das Wildschweinproblem im Bezirk weiter anheizen könnten.1
Zwischen Weg und Gehölz wurden am Samstagmittag frische Obst- und Gemüsereste entdeckt, verstreut rund um mehrere Bäume – ganz so, als sei hier ein inoffizieller Futterplatz eingerichtet worden.
Lockruf für Wildschweine
Was für einige Spaziergänger wie eine harmlose „Fütterung“ wirken mag, ist in Wahrheit ein Lockruf für Wildschweine, die sich längst in vielen Teilen Spandaus heimisch fühlen.2
Die Tiere sind Allesfresser, verlieren durch regelmäßige Futterquellen ihre Scheu und wagen sich immer näher an Wege, Gärten und Straßen heran, auch in beliebten Parks in Spandau – mit allen Risiken für Mensch, Tier und Verkehr.
Gefährliche Mischung aus Baustelle und Futterplatz
Besonders brisant: Am fotografierten Abschnitt weist ein Schild auf eine Baustellenausfahrt hin, die sich direkt an den betroffenen Weg anschließt.3
Wo schwere Fahrzeuge rangieren, Eltern mit Kindern unterwegs sind und Radfahrer den Weg nutzen, können plötzlich auftauchende Wildschweine schnell zur Gefahr werden.
Verbote sind vielen unbekannt – oder egal
In Berlin ist das Füttern von Wildschweinen ausdrücklich verboten, bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder.4
Trotzdem scheint es immer wieder Menschen zu geben, die Essensreste bewusst in Grünanlagen abladen – sei es aus falsch verstandener Tierliebe oder um Küchenabfälle bequem „loszuwerden“.
Ein Appell aus Spandau
Der Leserreport vom Finkenkruger Weg zeigt, wie nah das Thema an der Lebensrealität im Kiez ist – nicht irgendwo im Wald, sondern direkt an beliebten Spazierwegen.5
Wer Wildschweine wirklich schützen und gleichzeitig seine Nachbarschaft sicher halten will, entsorgt Speisereste in der Biotonne und meldet beobachtete Futterstellen dem Ordnungsamt.
Denn jedes weggeworfene Stück Gemüse mag klein wirken – in der Summe aber sorgt es dafür, dass das Wildschweinproblem in Spandau weiter wächst.
Wir danken einem aufmerksamen Leser für den Hinweis, der zu diesem Bericht führte.