Stell dir vor, du schlenderst an einem Samstagmorgen durch Gatow, die Havel glitzert in der Frühlingssonne, und aus einem Einfamilienhaus dringt leise Rockmusik. Hier, im ruhigsten Winkel von Spandau, lebt ein Mann, der 40 Jahre lang das Berliner Fernsehen geprägt hat wie kaum ein anderer: Ulli Zelle. Genau wie Bela B von den Ärzten hat auch er sich nach der lauten Karriere in Spandau eingerichtet.
Ende Mai 2025 verabschiedete sich der rbb mit einer großen Gala von seinem Reporter. Intendantin Ulrike Demmer würdigte ihn als unermüdlichen Vermittler zwischen der Stadt und ihren Menschen. Doch Ruhestand? Für Ulli Zelle bedeutet das vor allem: neue Projekte, neue Bühnen, und mehr Zeit für sein Spandau.1
Steckbrief: Ulli Zelle
| Geboren | 19. Juni 1951 in Obernkirchen |
| Alter (2026) | 75 Jahre |
| Wohnort | Berlin-Gatow (Spandau) |
| Ehefrau | Niki Sarantidou (Politikwissenschaftlerin) |
| Kinder | zwei Söhne |
| Beruf | Journalist, Moderator, Musiker |
| Aktuell | Radiomoderator bei Ella Radio, Autor, Bandsänger |
Vom Bergmannssohn zum Berliner Original
Geboren am 19. Juni 1951 in Obernkirchen, Niedersachsen, als Sohn eines Bergmanns und einer Sekretärin, zog es Ulli Zelle 1974 nach West-Berlin. Er studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste und Publizistik an der Freien Universität, bevor er als freier Journalist für Zeitungen und Agenturen arbeitete.2
1984 kam er zum SFB-Radio, ein Jahr später zum Fernsehen. Und dann passierte, was niemand ahnen konnte: Ulli Zelle wurde zum Gesicht der Berliner Abendschau. Ab 1994 moderierte er „Berlin live", später das „Heimatjournal", und begleitete die Stadt durch ihre verrücktesten Jahrzehnte, vom Mauerfall über den Breitscheidplatz-Anschlag bis zur BER-Eröffnung.
„Diese verrückte Stadt Berlin"
Bei seiner Abschiedsgala am 31. Mai 2025 im Großen Sendesaal des rbb sagte Zelle: „Ich durfte jahrzehntelang diese verrückte Stadt Berlin miterleben." Unter den Gästen waren Klaus Wowereit, Sängerin Jocelyn B. Smith und Silly-Gitarrist Uwe Hassbecker. Chefredakteur David Biesinger erinnerte daran, dass Zelle 40 Jahre lang für den Sender in der Stadt unterwegs war, mit einer Mischung aus Reporterinstinkt und menschlicher Wärme.3
Die Ehrung kam nicht nur aus dem Sender: 2025 erhielt Ulli Zelle den Verdienstorden des Landes Berlin, eine Auszeichnung, die sein Lebenswerk für die Stadt krönt.
Was Ulli Zelle heute macht
Von Ruhestand kann keine Rede sein. Seit Februar 2026 moderiert Zelle jeden Samstag und Sonntag von 8 bis 12 Uhr auf dem Berliner Jazzsender Ella Radio. Ein neues Format, entspannter als die Abendschau, aber mit der gleichen Neugier, die ihn seit über vier Jahrzehnten antreibt.4
Dazu kommt sein Buch „Mein Berlin, mein Leben", erschienen beim Nicolai Verlag. Im November 2025 las er daraus im Kulturhaus Spandau, eine Lesung, bei der er in seinem typisch lässig-freundlichen Ton professionelle und private Anekdoten teilte, von Interviews mit Mick Jagger und Michail Gorbatschow bis zu Geschichten aus dem West-Berlin der 1970er.5
Und dann ist da noch seine Talkshow „Ullis Nachtcafé" im Schlosspark Theater in Steglitz, die er seit 2016 regelmäßig moderiert. Zelle im Gespräch mit Gästen, das ist sein natürliches Element.
Der Rockstar aus Gatow
Was viele nicht wissen: Ulli Zelle ist auch Sänger. Seit 2001 steht er mit seiner Band „Ulli & die Grauen Zellen" auf der Bühne. Die Band, mit Mano Opitz an den Keyboards, Harry Findeisen an der Gitarre, Johannes Gebauer am Schlagzeug und Joe Nailey am Bass, spielt die Perlen der Rock- und Popmusik der 60er und 70er: Rolling Stones, Beatles, Eric Burdon, Bee Gees.
Die Grauen Zellen treten regelmäßig in Berlin auf, unter anderem auf der Freilichtbühne an der Zitadelle Spandau und im Schloss Britz. Für Spandauer also fast ein Heimspiel.6
Zelle und Spandau: „Meine Oase"
Ulli Zelle lebt seit über zehn Jahren in Gatow. Wer ihn nach seinem Viertel fragt, bekommt leuchtende Augen: Er nannte Spandau einmal „meine Oase". Nach Jahren in Kreuzberg, Moabit, Schöneberg und Charlottenburg fand er in Gatow die Ruhe, die ein Reporterleben in dieser Stadt sonst kaum hergibt.7
Zu seinen Lieblingsorten gehört das Hannes Café, das ein Architekt im ehemaligen Tierwärterhaus der Pfaueninsel betreibt. Und der Windmühlenberg, wo eine nachgebaute Windmühle an das Original erinnert, das 1921 bei einem Filmdreh der Richard-Eichberg-Film zerstört wurde. Im Sommer schwimmt er im nahegelegenen Freibad – typisch Gatow, typisch Zelle.
Er lebt dort mit seiner Frau, der Politikwissenschaftlerin Niki Sarantidou, und hat zwei Söhne. Elf Marathons hat er gelaufen, Hunderte Reportagen gedreht und Tausende Berliner Geschichten erzählt. Und man hat das Gefühl: Die besten kommen erst noch.
Häufige Fragen zu Ulli Zelle
Was macht Ulli Zelle heute?
Nach 40 Jahren beim rbb ist Ulli Zelle alles andere als im Ruhestand. Seit Februar 2026 moderiert er am Wochenende beim Berliner Jazzsender Ella Radio, hat mit „Mein Berlin, mein Leben“ ein Buch veröffentlicht, steht mit seiner Band „Ulli und die Grauen Zellen“ auf der Bühne und moderiert die Talkshow „Ullis Nachtcafé“.
Wie alt ist Ulli Zelle?
Ulli Zelle wurde am 19. Juni 1951 in Obernkirchen geboren und ist 2026 damit 75 Jahre alt.
Wer ist die Frau von Ulli Zelle?
Ulli Zelle ist mit der Politikwissenschaftlerin Niki Sarantidou verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne und lebt seit über zehn Jahren in Gatow.
Wo wohnt Ulli Zelle?
Ulli Zelle lebt im Spandauer Ortsteil Gatow an der Havel, den er einmal liebevoll „meine Oase“ nannte.