Stellen Sie sich vor, Sie schauen in die Augen eines Nachbarn aus Kladow, und entdecken darin ein ganzes Leben. Die Ausstellung „Porträt einer Nachbarschaft“ macht genau das möglich: Sven Haspers Fotos fangen die Seelen unserer Spandauer Nachbarn in Bildern ein, die unter die Haut gehen. Wer auf den Geschmack kommt, sollte auch die neue Ausstellung in der Galerie Kulturhaus nicht verpassen.
In Kladow, Gatow und Groß Glienicke, den grünen Ecken von Spandau, teilen ältere Bewohner ihre Geschichten, mal leise, mal mit Feuer. Diese Porträts sind mehr als Fotos. Sie sind der Schlüssel zu unserem gemeinsamen Erbe.
Stille Geschichten, die sprechen
Sven Hasper hat mit seiner Kamera die Essenz unserer Nachbarschaft eingefangen. Haltung, Lebensspuren, Neugier, Zweifel, Zuversicht: all das, was Worte oft nur umkreisen, wird in seinen Bildern greifbar. Die Fotografien entstehen im Rahmen des Podcasts „U100 - Generation Kladow“, wo vor allem Ältere aus Kladow, Gatow und Groß Glienicke ihre Biografien teilen.
Persönliche Herausforderungen, prägende Momente, lokale Entwicklungen: Die Erzählungen drehen sich um das, was Spandau ausmacht. Harte Zeiten, die uns zusammenschweißen, und Veränderungen, die unsere Dörfer prägen. Svens Porträts stehen nicht einfach daneben, sie erzählen die Geschichten schon allein.
Wo Bild und Stimme sich treffen
Die Fotos verdichten das Gesagte, erweitern es und machen sichtbar, was in der Stimme nur anklingt: die Einzigartigkeit jedes Menschen. In Spandau, wo Vielfalt und Verbundenheit Hand in Hand gehen, wird unsere Nachbarschaft lebendig, ein Geflecht aus Biografien, das Kladow zum Pulsschlag macht.
Die Ausstellung im Stadtteilzentrum Kladow lädt ein, diesen Menschen erst mit den Augen zu begegnen, dann mit den Ohren. Durch das Zusammenspiel von Bild und Podcast entstehen lebendige Zugänge zu Lebens- und Heimatgeschichten, für heute und alle kommenden Generationen.
Spandaus Seele in Schwarz-Weiß
In einer Zeit, wo alles schnell geht, halten Haspens Bilder inne. Sie zeigen nicht nur Gesichter, sondern Haltungen, die wie das Havelufer den Wellen standhalten. Ähnlich wie in anderen Spandauer Projekten, etwa der „Erzählenden Nachbarschaft“ des Evangelischen Johannesstifts, geht es um bewegende Biografien aus unserer Ecke Berlins1.
Hier in Spandau blüht die Kunstszene: Von Outsider-Art bis zu Fotoreportagen, die Einblicke in veränderte Welten geben. Denken Sie an „Was bleibt“ mit seinen Brücken zwischen Vergangenheit und Krieg. Haspers Porträts passen perfekt rein: Sie sind authentisch, nah, Spandau-typisch erdverbunden.
Ein Aufruf an alle Nachbarn
Kladow ist kein Museum, sondern unser Revier, mit seinen alten Höfen, der Nähe zur Havel und den Geschichten, die über Generationen weiterwandern. Diese Ausstellung macht das erlebbar: Kommen Sie, schauen Sie hin, hören Sie zu. Es ist, als würde Spandau selbst atmen durch diese Bilder.
Die Eröffnung fand am 10. Februar 2026 um 18:30 Uhr im Stadtteilzentrum Kladow, Sakrower Landstraße 3, 14089 Berlin, statt und war ein Fest der Begegnung. Die Ausstellung lief bis 24. März 2026. Hier entstand nicht nur Kunst, sondern Gemeinschaft pur.
Warum das jetzt Spandau braucht
In Zeiten von Digitalem und Distanz erinnern uns diese Porträts: Unsere Nachbarschaft lebt von echten Gesichtern. Wie Street-Art-Porträts, die Haltung statt bloßer Mimik zeigen2, fängt Hasper den Kern: Vielfalt, die uns stärkt. Für Spandau, das immer wieder neu zusammenwächst, ist das viel wert.
Ich tippe drauf: Viele werden hier alte Bekannte wiederentdecken oder neue Freunde finden. Gehen Sie hin, lassen Sie sich berühren. Das ist Spandau von seiner besten Seite. Unsere Geschichte verdient es, gesehen zu werden.