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Spandau Einwohner: mehr Menschen, mehr Migration

Rund 260.000 Menschen leben heute in Spandau, der Bezirk wächst seit Jahren leicht, altert langsamer als andere Berliner Bezirke und gewinnt vor allem durch Zuzug aus dem In- und Ausland.

Von Matthias Wenniger | 12. Juni 2026
Spandau Einwohner: mehr Menschen, mehr Migration © Foto: Willy Pragher / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Luftbild eines Wohngebiets in Spandau-Falkenhagen.

Spandau zählt rund 258.000 Einwohner, also jeden vierzehnten Berliner.1 Der Bezirk wächst seit gut zehn Jahren, ist im Schnitt leicht älter als die Innenstadt und gewinnt fast ausschließlich durch Zuzug.

Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Eckdaten zu Bevölkerung, Geburten, Wanderung und Altersstruktur. Eine kompaktere Übersicht findet sich in unserer Spandau-Statistik2, eine Karte der Stadtteile unter Stadtteile in Spandau.

Was dich erwartet

Spandau-Demografie auf einen Blick

  • Einwohner aktuell: rund 258.000 (einer der einwohnerschwächsten Bezirke Berlins)
  • Wachstum 2015 bis 2025: rund 11 bis 12 Prozent
  • Durchschnittsalter: 43 bis 44 Jahre (Berliner Schnitt: 42,5)
  • Geburtenrate (TFR): 1,40 bis 1,50 Kinder pro Frau, über Berliner Schnitt
  • Ausländeranteil: 23 bis 25 Prozent
  • Migrationshintergrund: 45 bis 48 Prozent

Wie viele Menschen leben in Spandau?

Mit rund 258.000 Einwohnern (Melderegister, Stand 2024) gehört Spandau zu den einwohnerschwächsten Bezirken Berlins und stellt knapp sieben Prozent der Berliner Bevölkerung.3 2015 wohnten hier knapp 233.000 Menschen, seit 2023 bewegt sich der Bezirk in Richtung 260.000.

100.000 150.000 200.000 250.000 112.000 170.000 219.000 259.000 1925 1939 1961 1980 2000 2024

Einwohnerentwicklung des Bezirks Spandau, 1925 bis 2024 (Melderegister bzw. Volkszählungen, gerundet). Der Bezirk in heutiger Form entstand 1920. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Im langen Verlauf zeigt sich die wechselvolle Geschichte des Bezirks. Nach dem Aufbau seit der Eingemeindung 19204 zählte Spandau Ende der 1930er Jahre rund 170.000 Menschen, blieb über die Nachkriegsjahrzehnte weitgehend stabil und legte erst seit den 2010er Jahren wieder kräftig zu.5 Der jüngste Sprung zwischen 2022 und 2023 hängt eng mit der Zuwanderung aus der Ukraine zusammen, danach hat sich das Wachstum etwas eingebremst, ohne zu kippen.

Wächst, stagniert oder schrumpft Spandau?

Über zehn Jahre wächst Spandau klar, mit rund elf bis zwölf Prozent Plus. Im Berliner Vergleich liegt der Bezirk im soliden Mittelfeld, etwa gleichauf mit Reinickendorf.6 Phasen echter Stagnation oder Schrumpfung gab es in den letzten zehn Jahren nicht.

Innerhalb des Bezirks ist das Wachstum ungleich verteilt. Stadtteile mit aktiven Neubaugebieten wie Hakenfelde, Wasserstadt und Teile von Staaken legen stärker zu als die dicht bebaute Altstadt oder Siemensstadt.

Geburten und Sterbefälle

Spandau ist ein Bezirk mit verhältnismäßig hoher Geburtenneigung. Die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) liegt mehrfach oberhalb des Berliner Mittels von 1,25 bis 1,40, in einzelnen Jahren bei rund 1,5 Kindern pro Frau. In absoluten Zahlen sind das 2.300 bis 2.700 Geburten pro Jahr.7

Den Geburten stehen jährlich 2.500 bis 2.900 Sterbefälle gegenüber. Der natürliche Saldo bewegt sich damit langjährig nahe der Nulllinie. Das Wachstum Spandaus speist sich nicht aus dem natürlichen Saldo, sondern fast vollständig aus der Wanderung.

Kennzahl Spandau Berlin gesamt
TFR (zusammengefasst, jüngere Jahre)ca. 1,40 bis 1,50ca. 1,25 bis 1,40
Geburten pro Jahrca. 2.300 bis 2.700ca. 36.000 bis 41.000

Wanderungssaldo: Zuzug und Wegzug

Der jährliche Wanderungssaldo lag zwischen 2015 und 2024 in der Regel bei 2.000 bis 5.000 Personen, in Jahren mit hoher Fluchtzuwanderung wie 2015 und 2022 deutlich höher.8 Hinzu kommt, dass viele Innenstadtbewohner bei steigenden Mieten in den Westen der Stadt ausweichen, was sich ebenfalls auf die Bevölkerungszahl Spandaus auswirkt.

Altersstruktur: Wer ist wie alt in Spandau?

Das Durchschnittsalter liegt bei 43 bis 44 Jahren, leicht über dem Berliner Mittel von 42,5.9 Spandau gehört damit zu den älteren Bezirken Berlins, ähnlich wie Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf oder Treptow-Köpenick.

Altersgruppe Anteil Spandau Anteil Berlin
unter 18 Jahreca. 17 %ca. 16 %
18 bis 30 Jahreca. 14 %ca. 16 %
30 bis 65 Jahreca. 48 %ca. 49 %
65 Jahre und älterca. 21 %ca. 19 %

Der Alterungseffekt wird durch Zuzug junger Familien gebremst, in den Großwohnsiedlungen und Siemensstadt-Lagen lebt aber eine relativ alte Stammbevölkerung, die zunehmend in die Phase ab 70 plus rückt.

Internationaler geworden: Migration in Spandau

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt aktuell bei 23 bis 25 Prozent, vor zehn Jahren waren es 14 Prozent. Der weiter gefasste Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt bei 45 bis 48 Prozent und damit über dem Berliner Mittel.10 Besonders deutlich zeigt sich das bei den Jüngeren: zwei Drittel der Spandauer Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund.

In einzelnen Stadtteilen, etwa Teilen von Staaken, der Altstadt oder dem Falkenhagener Feld, ist der Anteil deutlich höher und prägt das öffentliche Leben stark.

Verteilung über die Bezirksregionen

Spandau gliedert sich in neun Bezirksregionen sehr unterschiedlicher Einwohnerstärke.11 Wachstumsmotoren waren in den vergangenen Jahren vor allem Hakenfelde mit der Wasserstadt sowie Teile von Staaken.

Bezirksregion Einwohner Trend
Spandau Mitte (Altstadt, Neustadt)ca. 35.000leicht wachsend
Haselhorstca. 16.000stabil
Siemensstadtca. 12.000stabil bis leicht rückläufig
Hakenfelde (mit Wasserstadt)ca. 27.000wachsend
Falkenhagener Feldca. 38.000stabil
Wilhelmstadtca. 28.000leicht wachsend
Staakenca. 43.000wachsend
Gatow / Kladowca. 22.000stabil bis leicht wachsend

Was sagt die Berliner Bevölkerungsprognose?

Die Senatsverwaltung erwartet für Spandau bis 2030 einen Anstieg in Richtung 265.000 bis 275.000 Einwohner, bis 2040 je nach Szenario 275.000 bis über 290.000.12 Wesentliche Treiber sind die Wohnungsbauprojekte Wasserstadt Oberhavel13, Siemensstadt Square und Nachverdichtungen entlang der Heerstraße.14

Gleichzeitig altert die Bevölkerung deutlich. Die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre wächst am stärksten, was Spandau bei Pflege, barrierefreiem Wohnraum und medizinischer Versorgung vor klare Aufgaben stellt.15

Hinweis zur Methodik

Zahlen basieren auf Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistischer Bericht zur Bevölkerung im Land Berlin und der Berliner Bevölkerungsprognose. Werte gerundet, Stichtage variieren (in der Regel 31.12.). Geringe Abweichungen zu Einzelveröffentlichungen sind möglich.

Ausblick

Spandau dürfte weiter wachsen: Die Bevölkerungsprognose sieht bis 2030 rund 265.000 bis 275.000 Einwohner, getragen vor allem von Wasserstadt Oberhavel und Siemensstadt Square. Zugleich altert der Bezirk spürbar, am stärksten steigt die Zahl der Hochbetagten. Ob daraus moderates oder kräftiges Wachstum wird, entscheidet sich vor allem an diesen neuen Quartieren.

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Matthias Wenniger
Matthias Wenniger
Freier Journalist

Freiberuflicher Journalist, geboren und aufgewachsen in der Spandauer Neustadt. Nach Jahren bei verschiedenen Berliner Lokalredaktionen zog es ihn zurück in den Heimatbezirk. Schreibt am liebsten über Menschen, die Spandau prägen.

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