Spandau zählt rund 258.000 Einwohner, also jeden vierzehnten Berliner.1 Der Bezirk wächst seit gut zehn Jahren, ist im Schnitt leicht älter als die Innenstadt und gewinnt fast ausschließlich durch Zuzug.
Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Eckdaten zu Bevölkerung, Geburten, Wanderung und Altersstruktur. Eine kompaktere Übersicht findet sich in unserer Spandau-Statistik2, eine Karte der Stadtteile unter Stadtteile in Spandau.
- Spandau-Demografie auf einen Blick
- Wie viele Menschen leben in Spandau?
- Wächst, stagniert oder schrumpft Spandau?
- Geburten und Sterbefälle
- Wanderungssaldo: Zuzug und Wegzug
- Altersstruktur: Wer ist wie alt in Spandau?
- Internationaler geworden: Migration in Spandau
- Verteilung über die Bezirksregionen
- Was sagt die Berliner Bevölkerungsprognose?
- Ausblick
- Quellen
Spandau-Demografie auf einen Blick
- Einwohner aktuell: rund 258.000 (einer der einwohnerschwächsten Bezirke Berlins)
- Wachstum 2015 bis 2025: rund 11 bis 12 Prozent
- Durchschnittsalter: 43 bis 44 Jahre (Berliner Schnitt: 42,5)
- Geburtenrate (TFR): 1,40 bis 1,50 Kinder pro Frau, über Berliner Schnitt
- Ausländeranteil: 23 bis 25 Prozent
- Migrationshintergrund: 45 bis 48 Prozent
Wie viele Menschen leben in Spandau?
Mit rund 258.000 Einwohnern (Melderegister, Stand 2024) gehört Spandau zu den einwohnerschwächsten Bezirken Berlins und stellt knapp sieben Prozent der Berliner Bevölkerung.3 2015 wohnten hier knapp 233.000 Menschen, seit 2023 bewegt sich der Bezirk in Richtung 260.000.
Einwohnerentwicklung des Bezirks Spandau, 1925 bis 2024 (Melderegister bzw. Volkszählungen, gerundet). Der Bezirk in heutiger Form entstand 1920. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.
Im langen Verlauf zeigt sich die wechselvolle Geschichte des Bezirks. Nach dem Aufbau seit der Eingemeindung 19204 zählte Spandau Ende der 1930er Jahre rund 170.000 Menschen, blieb über die Nachkriegsjahrzehnte weitgehend stabil und legte erst seit den 2010er Jahren wieder kräftig zu.5 Der jüngste Sprung zwischen 2022 und 2023 hängt eng mit der Zuwanderung aus der Ukraine zusammen, danach hat sich das Wachstum etwas eingebremst, ohne zu kippen.
Wächst, stagniert oder schrumpft Spandau?
Über zehn Jahre wächst Spandau klar, mit rund elf bis zwölf Prozent Plus. Im Berliner Vergleich liegt der Bezirk im soliden Mittelfeld, etwa gleichauf mit Reinickendorf.6 Phasen echter Stagnation oder Schrumpfung gab es in den letzten zehn Jahren nicht.
Innerhalb des Bezirks ist das Wachstum ungleich verteilt. Stadtteile mit aktiven Neubaugebieten wie Hakenfelde, Wasserstadt und Teile von Staaken legen stärker zu als die dicht bebaute Altstadt oder Siemensstadt.
Geburten und Sterbefälle
Spandau ist ein Bezirk mit verhältnismäßig hoher Geburtenneigung. Die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) liegt mehrfach oberhalb des Berliner Mittels von 1,25 bis 1,40, in einzelnen Jahren bei rund 1,5 Kindern pro Frau. In absoluten Zahlen sind das 2.300 bis 2.700 Geburten pro Jahr.7
Den Geburten stehen jährlich 2.500 bis 2.900 Sterbefälle gegenüber. Der natürliche Saldo bewegt sich damit langjährig nahe der Nulllinie. Das Wachstum Spandaus speist sich nicht aus dem natürlichen Saldo, sondern fast vollständig aus der Wanderung.
| Kennzahl | Spandau | Berlin gesamt |
|---|---|---|
| TFR (zusammengefasst, jüngere Jahre) | ca. 1,40 bis 1,50 | ca. 1,25 bis 1,40 |
| Geburten pro Jahr | ca. 2.300 bis 2.700 | ca. 36.000 bis 41.000 |
Wanderungssaldo: Zuzug und Wegzug
Der jährliche Wanderungssaldo lag zwischen 2015 und 2024 in der Regel bei 2.000 bis 5.000 Personen, in Jahren mit hoher Fluchtzuwanderung wie 2015 und 2022 deutlich höher.8 Hinzu kommt, dass viele Innenstadtbewohner bei steigenden Mieten in den Westen der Stadt ausweichen, was sich ebenfalls auf die Bevölkerungszahl Spandaus auswirkt.
Altersstruktur: Wer ist wie alt in Spandau?
Das Durchschnittsalter liegt bei 43 bis 44 Jahren, leicht über dem Berliner Mittel von 42,5.9 Spandau gehört damit zu den älteren Bezirken Berlins, ähnlich wie Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf oder Treptow-Köpenick.
| Altersgruppe | Anteil Spandau | Anteil Berlin |
|---|---|---|
| unter 18 Jahre | ca. 17 % | ca. 16 % |
| 18 bis 30 Jahre | ca. 14 % | ca. 16 % |
| 30 bis 65 Jahre | ca. 48 % | ca. 49 % |
| 65 Jahre und älter | ca. 21 % | ca. 19 % |
Der Alterungseffekt wird durch Zuzug junger Familien gebremst, in den Großwohnsiedlungen und Siemensstadt-Lagen lebt aber eine relativ alte Stammbevölkerung, die zunehmend in die Phase ab 70 plus rückt.
Internationaler geworden: Migration in Spandau
Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt aktuell bei 23 bis 25 Prozent, vor zehn Jahren waren es 14 Prozent. Der weiter gefasste Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt bei 45 bis 48 Prozent und damit über dem Berliner Mittel.10 Besonders deutlich zeigt sich das bei den Jüngeren: zwei Drittel der Spandauer Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund.
In einzelnen Stadtteilen, etwa Teilen von Staaken, der Altstadt oder dem Falkenhagener Feld, ist der Anteil deutlich höher und prägt das öffentliche Leben stark.
Verteilung über die Bezirksregionen
Spandau gliedert sich in neun Bezirksregionen sehr unterschiedlicher Einwohnerstärke.11 Wachstumsmotoren waren in den vergangenen Jahren vor allem Hakenfelde mit der Wasserstadt sowie Teile von Staaken.
| Bezirksregion | Einwohner | Trend |
|---|---|---|
| Spandau Mitte (Altstadt, Neustadt) | ca. 35.000 | leicht wachsend |
| Haselhorst | ca. 16.000 | stabil |
| Siemensstadt | ca. 12.000 | stabil bis leicht rückläufig |
| Hakenfelde (mit Wasserstadt) | ca. 27.000 | wachsend |
| Falkenhagener Feld | ca. 38.000 | stabil |
| Wilhelmstadt | ca. 28.000 | leicht wachsend |
| Staaken | ca. 43.000 | wachsend |
| Gatow / Kladow | ca. 22.000 | stabil bis leicht wachsend |
Was sagt die Berliner Bevölkerungsprognose?
Die Senatsverwaltung erwartet für Spandau bis 2030 einen Anstieg in Richtung 265.000 bis 275.000 Einwohner, bis 2040 je nach Szenario 275.000 bis über 290.000.12 Wesentliche Treiber sind die Wohnungsbauprojekte Wasserstadt Oberhavel13, Siemensstadt Square und Nachverdichtungen entlang der Heerstraße.14
Gleichzeitig altert die Bevölkerung deutlich. Die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre wächst am stärksten, was Spandau bei Pflege, barrierefreiem Wohnraum und medizinischer Versorgung vor klare Aufgaben stellt.15
Hinweis zur Methodik
Zahlen basieren auf Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistischer Bericht zur Bevölkerung im Land Berlin und der Berliner Bevölkerungsprognose. Werte gerundet, Stichtage variieren (in der Regel 31.12.). Geringe Abweichungen zu Einzelveröffentlichungen sind möglich.
Ausblick
Spandau dürfte weiter wachsen: Die Bevölkerungsprognose sieht bis 2030 rund 265.000 bis 275.000 Einwohner, getragen vor allem von Wasserstadt Oberhavel und Siemensstadt Square. Zugleich altert der Bezirk spürbar, am stärksten steigt die Zahl der Hochbetagten. Ob daraus moderates oder kräftiges Wachstum wird, entscheidet sich vor allem an diesen neuen Quartieren.